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Sauerland und Rothaarsteig: Kurvenparadies mitten in NRW

12.9.2026

Das Sauerland punktet nicht mit spektakulären Höhenmetern, sondern mit der schieren Dichte an gut ausgebauten, kurvigen Land- und Bundesstraßen durch dichten Mischwald. Für Fahrer aus dem Ruhrgebiet, dem Sauerland selbst oder dem nördlichen Rhein-Main-Gebiet ist die Region oft in ein bis zwei Stunden erreichbar, was sie zur naheliegenden Wahl für spontane Tagesausflüge macht.

Im Rothaargebirge, insbesondere im Bereich der Wisent-Wildnis am Rothaarsteig, leben freilebende Wisente - die größten Landsäugetiere Europas. Auf den umliegenden Strecken ist entsprechend erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber Wildwechsel angebracht, besonders in den Dämmerungsstunden am frühen Morgen und späten Nachmittag.

Viele Kurvenabschnitte im Sauerland verlaufen durch dichten Wald mit wechselnden Radien, die sich vor der nächsten Kehre nicht immer vollständig einsehen lassen. Das macht die Region technisch anspruchsvoller, als es die moderate Höhenlage vermuten lässt - vorausschauendes Fahren mit Reserve ist hier wichtiger als auf offenen Alpenpässen mit guter Sichtweite.

Die Region hat sich auf Motorradtourismus eingestellt: Entlang bekannter Routen wie rund um den Sorpesee finden sich zahlreiche als Bikerhotel ausgewiesene Unterkünfte mit sicherem Stellplatz und oft auch kleiner Werkstattausstattung für Pannenfälle. Das macht das Sauerland auch für spontane Übernachtungen unkompliziert.

Fahrbar ist die Region praktisch das ganze Jahr über, mit Ausnahme von Glätte an frostigen Wintermorgen. Im Herbst sammelt sich in den Waldabschnitten häufig nasses Laub auf der Fahrbahn, das die Haftung insbesondere in Schräglage spürbar verschlechtert - hier lohnt sich etwas mehr Vorsicht als im Sommer gewohnt.

Wer keine Zeit für eine große Alpentour hat, bekommt im Sauerland an einem einzigen Wochenende ein überraschend intensives Kurvenerlebnis - näher an der eigenen Haustür, als viele Fahrer aus dem Westen Deutschlands zunächst vermuten würden.