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Transfăgărășan und Transalpina: Mit dem Motorrad durch Rumäniens Karpaten

18.9.2026

Die Transfăgărășan wurde in den 1970er-Jahren ursprünglich aus militärstrategischen Gründen gebaut und windet sich über rund 90 Kilometer durch die Făgăraș-Berge, inklusive eines Tunnels unterhalb des Bâlea-Sees auf über 2000 Metern Höhe. Die Transalpina, mit bis zu 2145 Metern die höchstgelegene durchgehend asphaltierte Straße Rumäniens, verläuft ruhiger und deutlich weniger befahren durch das Parâng-Gebirge.

Der Straßenbelag unterscheidet sich spürbar von gewohnten Alpenpässen: Schlaglöcher, unebene Flickstellen und loser Splitt am Fahrbahnrand sind auf beiden Strecken keine Seltenheit. Wer hier mit der maximalen Schräglage vom letzten Alpenurlaub fährt, wird schnell überrascht - defensiveres Fahren mit mehr Sicherheitsreserve ist hier die klügere Strategie als reines Kurventempo.

Beide Straßen sind schneebedingt typischerweise von Ende Juni bis Ende Oktober befahrbar, in manchen Jahren öffnet die Transfăgărășan witterungsbedingt sogar erst im Juli. Eine Prüfung des aktuellen Öffnungsstatus kurz vor der Abreise ist Pflicht, da sich die Termine je nach Schneeschmelze im jeweiligen Jahr deutlich verschieben können.

Abseits der Passstraßen selbst ist die Infrastruktur in den Karpaten dünner als in Mitteleuropa gewohnt: Tankstellen und Unterkünfte konzentrieren sich auf die Ortschaften an den Talausgängen, in den Bergen selbst gibt es kaum Versorgung. Kleine Pensionen (Pensiuni) in Dörfern wie Curtea de Argeș oder Novaci eignen sich gut als Basis für beide Pässe.

Eine Besonderheit rumänischer Landstraßen abseits der Hauptrouten sind freilaufende Hunde in Dörfern, die Motorräder gelegentlich verfolgen - Tempo rausnehmen statt beschleunigen reduziert hier meist die Situation, statt sie zu verschärfen. Grüne Versicherungskarte und eine Kopie der Fahrzeugpapiere gehören für Rumänien ebenfalls zur Grundausstattung, auch wenn das Land EU-Mitglied ist.

Wer beide Pässe in einer Route verbinden will, plant über Sibiu und Curtea de Argeș eine Schleife, die Transfăgărășan und Transalpina in drei bis vier Tagen inklusive Pufferzeit für Wetterumschwünge verbindet. Reiseenduros mit etwas mehr Bodenfreiheit sind hier klar im Vorteil gegenüber reinen Straßentourern.