Reifenwahl für Reiseenduros: Onroad, Offroad oder Mix?
10.7.2026
Reifenhersteller ordnen Reiseenduro-Reifen grob nach ihrem Straßen-Gelände-Verhältnis ein, häufig grob als neunzig zu zehn, sechzig zu vierzig oder fünfzig zu fünfzig bezeichnet. Ein Reifen mit überwiegendem Straßenanteil bietet mehr Grip und Laufleistung auf Asphalt, verliert aber auf losem Untergrund schnell an Halt. Reifen mit hohem Geländeanteil bringen im Gelände deutlich mehr Sicherheit, verschleißen auf der Straße dafür schneller und sind bei Nässe auf Asphalt weniger griffig.
Für die meisten Reisen, die überwiegend auf befestigten Straßen mit gelegentlichen Schotterpisten stattfinden, ist ein Reifen mit überwiegendem Straßenanteil die praktischere Wahl. Wer geplant längere Offroad-Etappen fährt, etwa auf einer Reise mit viel unbefestigter Piste, sollte bewusst zu einem Reifen mit höherem Geländeanteil wechseln, auch wenn das auf den Straßenetappen Komfort und Laufleistung kostet.
Die Laufleistung unterscheidet sich zwischen den Kategorien erheblich: Ein reiner Straßenreifen kann bei einer schweren Reiseenduro zehntausend Kilometer und mehr halten, während ein Reifen mit hohem Geländeanteil je nach Fahrweise schon nach drei- bis fünftausend Kilometern erneuert werden muss. Das sollte in die Reiseplanung einfließen, besonders bei längeren Touren fernab gut versorgter Regionen.
Der Reifendruck spielt bei Offroad-Passagen eine noch größere Rolle als auf der Straße. Ein leicht reduzierter Luftdruck vergrößert die Aufstandsfläche auf losem Untergrund und verbessert damit den Grip erheblich, erhöht aber gleichzeitig das Risiko eines Felgenschadens bei hartem Aufsetzen. Diese Anpassung sollte nur vorgenommen werden, wenn der Druck vor der nächsten Straßenetappe wieder korrigiert wird.
Ein Reifenwechsel unterwegs ist bei vielen Reiseenduro-Modellen mit Standardwerkzeug im Feld möglich, erfordert aber Übung. Wer eine längere Reise mit unsicherer Versorgungslage plant, sollte den Wechsel eines Schlauchs oder Reifens vorher zumindest einmal in Ruhe zu Hause geübt haben, statt es zum ersten Mal am Straßenrand zu versuchen.
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